Kunstobjekt

Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung - keine Bildung

John F. Kennedy

Kunstobjekt am Schloss

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Vorläufer des heutigen Schlosses war eine mittelalterliche Burg, deren Entstehung im 11.-12. Jahrhundert zu vermuten ist. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich das Antlitz der Burg hin zu einem Schloss. Dieses wurde mehrfach umgebaut und erweitert, Parkanlagen entstanden. Im Folgenden soll ein Überblick über die Geschichte des Schlosses zu Elsterwerda gegeben werden.

Jahr Nutzung
1326 Burg Elsterwerda:
Erste urkundliche Erwähnung der Burganlage unter dem Meißener Markgrafen Heinrich von Köckritz als Lehnbesitzer. 6, 9, 19
1326-1512  Burganlage Elsterwerda:
Über viele Generationen hinweg im Besitz derer von Köckritz, eines vogtländischen Adelsgeschlechts. 5, 6, 9, 11, 19
1512 Burganlage Elsterwerda:
Herzog Georg von Sachsen kauft die Burganlage den katholikenfeindlichen Brüdern und letzten Besitzern derer von Köckritz, Hans und Georg von Köckritz, ab. 5, 10, 11
1529 Burganlage Elsterwerda:
Christoph von Maltitz erwirbt die Burg Elsterwerda vom sächsischen Herzog. 6, 11
1612 Burganlage Elsterwerda:
Familie Joachim Bernhard von Rohr erwirbt am 05. März 1612 von den Gebrüdern Haubold und Georg von Maltitz die mittelalterliche Burg. 5, 6, 11
1612-1708  Burganlage Elsterwerda:
Über fast ein Jahrhundert hinweg ist die Anlage im Besitz derer von Rohr. 5, 6, 10, 11
1708 Schlossanlage Elsterwerda:
Der sächsische Hofmarschall des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken, Freiherr Woldemar von Löwendahl, erwirbt 1708 den Schlossbesitz von Julius Albrecht von Rohr und lässt es bis zum Jahr 1727 zu einer dreiflügeligen Schlossanlage umbauen, wobei er den Umbau an barocken Gestaltungsprinzipien orientiert. 5, 6, 10, 11
1727 Schloss Elsterwerda:
Friedrich August I., Kurfürst von Sachsen und König von Polen (auch: August der Starke genannt), erwarb das umgebaute Schloss Elsterwerda im Jahre 1727 von Freiherr Woldemar von Löwendahl, den der Schlossumbau in den finanziellen Ruin getrieben hatte. Unter Leitung von Johann Christoph Knöffel erfolgt ab 1730 ein weiterer Umbau des Schlosses, bei dem u.a. die Seitenflügel auf die heute maßgebliche Form verlängert werden. Die Schlossanlage bleibt bis 1814 im Besitz der sächsischen Kurfürsten. 5, 6, 11
1737 Barockes Jagd- und Lustschloss:
Nach der Thronbesteigung des Sohns von August dem Starken, Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen und König August III. von Polen, verleihen Christoph und Karl Siegmund Emmerich 1737 auf Drängen des kurfürstlichen Hofbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann dem Schlossgarten einen englischen Landschaftscharakter und schaffen einen direkt an das Schloss angrenzenden Barockgarten für das Jagd- und Lustschloss der sächsischen Kurfürsten und Könige von Polen. Diesen eindrucksvollen Barockgarten bewunderten selbst der preußische König Friedrich der Große sowie sein Neffe und spätere König Friedrich Wilhelm II. von Preußen bei späteren Besuchen im Schloss Elsterwerda. 3, 5, 6, 8, 10, 11
1776 Barockes Jagd- und Lustschloss:
Franziska Krasinska-Wettin, Herzogin von Kurland und Ehefrau des sächsischen Prinzen Karl Christian, wird 1776 bis zu ihrem Tode 1796 Schlossherrin in Elsterwerda. Von 1788 bis 1806 wird Johann Matthäus Terscheck, Hofgärtner des Herzogs von Kurland, Karl von Sachsen, erster Bewohner des heute wieder restaurierten Gärtnerhauses am Elsterschloss. In ihrer Funktion als königliche Hofgärtner folgen ihm Johann Carl Gottlieb Seifert (1806 – 1837) und Friedrich Louis Eyserbeck (1834 – 1874). 1, 3, 6, 10, 26, 27
1813 Schlossanlage:
Während der Napoleonischen Befreiungskriege dient die Schlossanlage u.a. als Quartier für den Preußischen Generalfeldmarschall, Gebhard. Leberecht von Blücher, und seine Truppen. 6, 18, 25
1857 Königliches Lehrerseminar:
Im Jahr 1857 wird in der Schlossanlage das Königliche Schullehrerseminar Elsterwerda gegründet, dessen erster Direktor Conrad Materne wird und diese Funktion bis 1876 begleitet. 2, 11, 13
1878 Königliches Lehrerseminar:
Mit der Errichtung einer Backstein-Turnhalle auf dem Gelände des Elterschlosses durch den Deutschen Baumeister und heutigen Ehrenbürger der Stadt Elsterwerda, Friedrich Jage, wird das Schullehrerseminar 1878 erweitert und als solches bis zum Jahr 1926 betrieben. 4, 11, 20
1927 Oberrealschule Elsterschloss:
Ab dem 1. April 1927 ist der Oberstudienrat und spätere Oberstudiendirektor Ernst Lampe Leiter der Nachfolgeeinrichtung, die im Jahr 1929 offiziell die Bezeichnung „Oberrealschule Elsterschloss“ erhält und bereits 1938 umbenannt wird in „Deutsche Oberschule“. 2, 13, 14, 20, 29, 30
1945 Oberschule Elsterschloß:
Nach dem Ende des II. Weltkriegs wird der Schulbetrieb wieder aufgenommen; die Schule erhält den Namen „Oberschule Elsterwerda“. 15
1950 Oberschule Elsterschloß:
Der Afrika-Forscher und Pionier des deutschen Tierfilms, Hans Hermann Schomburgk, kommt an die Oberschule Elsterwerda zu Gast. 2, 6, 7
1959 Erweiterte Oberschule Elsterwerda:
Die „Oberschule Elsterwerda“ wird 1959 in „Erweiterte Oberschule Elsterwerda“ umbenannt und bekommt im Jahr 1969 zusätzlich den Namen des sowjetischen Kosmonauten, Wladimir Komarow, verliehen. 20
1991 Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda:
Mit Beginn des Schuljahres 1991/92 trägt die Schule den Namen „Elsterschloss-Gymnasium“, nachdem dem Beschluss der Schulkonferenz auch der damalige Schulträger, die Stadtverordnetenversammlung Elsterwerda, mit Beschluss vom 29. August 1991 zugestimmt hat. Erster Direktor des Elsterschloss-Gymnasiums Elsterwerda war Ernst Schmied. 20
2016 Gärtnerhäuschen am Elsterschloss:
Nach langen und umfangreichen Restaurierungsarbeiten wird am 05.07.2016 das 1783 erbaute Fachwerkhaus und einstige Gärtnerhaus des königlichen Jagd- und Lustschlosses feierlich eingeweiht und durch den Landrat, Christian Heinrich-Jaschinski, offiziell dem Elsterschloss-Gymnasium zur schulischen Nutzung übergeben. 26, 27


Quellenverzeichnis
1 Bekker, Dr. Gustav (2014): Franziska Krasinska-Wettin; in: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V: (Hrsg.): Heimatkalender 2014/15 für das Land zwischen Elbe und Elster, Jg. 61, Bad Liebenwerda, S. 58-72.
2 Paulick, Horst (2000): Das Elsterschloß zu Elsterwerda als Bildungsstätte; in: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V: (Hrsg.): Heimatkalender 2000/01 für das Land zwischen Elbe und Elster, Jg. 53, Bad Liebenwerda, S. 140-153.
3 Schmidt, Dr. Klaus W. (2012): Das Gärtnerhaus in Elsterwerda; in: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V: (Hrsg.): Heimatkalender 2012/13 für das Land zwischen Elbe und Elster, Jg. 60, Bad Liebenwerda, S. 176-187.
4 Galle, Werner (2000): 150. Geburtstag von Friedrich Jage; in: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V: (Hrsg.): Heimatkalender 2000/01 für das Land zwischen Elbe und Elster, Jg. 53, Bad Liebenwerda, S. 256-298.
5 Müller, Dr. Bernd (2000): Schloß und Burg Elsterwerda; in: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V: (Hrsg.): Heimatkalender 2000/01 für das Land zwischen Elbe und Elster, Jg. 53, Bad Liebenwerda, S. 51-55.
6 Stadtverwaltung Elsterwerda (Hrsg.) (2004): Zur Geschichte des Schlosses Elsterwerda; Faltblatt zur stadthistorischen Information, Elsterwerda.
8 Schmidt, Otto Eduard (1921): Minister Graf Brühl und Karl Heinrich von Heinecken; Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 3.
9 Prickarts (2015): Die Köckritze aus dem Vogtland, Meißen und Sachsen; Dresden: Saxoniabuch.
10 Çoban-Hensel, Margitta (2005): Schloss Elsterwerda unter der Herrschaft der Wettiner; In: Jahrbuch. Staatliche Schlösser Burgen und Gärten Sachsen, Zeitschrift, Band 12, S. 94-113.
11 Hanspach, Dietrich und Reinhard Kissro (2005): Der Schraden: Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand (Landschaften in Deutschland); in: Grundmann, Luise (Hrsg.): Landschaften in Deutschland – Werte der deutschen Heimat, Köln: Böhlau, S. 82-96.
13 Lehmann, Günter (2006): Ernst Lampe; in: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V: (Hrsg.): Heimatkalender 2006/07 für das Land zwischen Elbe und Elster, Jg. 57, Bad Liebenwerda, S. 320-333.
14 Meyer, Dr. Heinz (1990): Stationen. Erinnerungen eines Schulmannes; Frankfurt/Main: Haag + Herchen.
15 Richter, Gerhard (2002): Oberschule Elsterschloß in Kriegs- und Nachkriegszeiten; In: Schmied, Ernst (Hrsg.): Schulzeiten – Erinnerungen ehemaliger Schüler und Lehrer an ihre Elsterwerdaer Bildungsstätte, Teil 1, Riesa: CS - Direct Digitaldruck, 2. Auflage, S. 8-9.
18 Leggiere, Michael V. (2014): Blücher – Scourge of Napoleon; Norman, OK: University of Oklahoma Press, S. 295.
19 Hauptstaatsarchiv Weimar
20 Schmied, Ernst (2016): Silbern glänzt der Name des Elsterschloss-Gymnasiums; In: Elbe-Elster-Rundschau vom 05. Juli 2016, S. 15.
Im Internet: Lausitzer Rundschau
25 Schuster, Johann (1814): Der teutsche Krieg im Jahre 1813, nach dem Beitritte Oesterreichs; Erster Zeitraum. K. Napoleons Angriffe auf die Verbündeten; Leipzig: in Kommission von Conrad Adolph Hartleben, 1814; S. 153, 182, 184, 185, 270. (University of California)
Im Internet: Google Books
26 Claus, Frank (2016a): Der Denkmalwert ist sehr hoch; In: Elbe-Elster-Rundschau vom 05. Juli 2016; S. 10.
27 Claus, Frank (2016b): Und an allem ist Christoph Kolumbus „schuld”; In: Elbe-Elster-Rundschau vom 06. Juli 2016, S. 13.
29 Meyer, Elfriede (2002): Mädchen? Unerwünscht...!; In: Schmied, Ernst (Hrsg.): Schulzeiten – Erinnerungen ehemaliger Schüler und Lehrer an ihre Elsterwerdaer Bildungsstätte, Teil 1, Riesa: CS - Direct Digitaldruck, 2. Auflage, S. 6.
30 Schröter, Gerhard (2002): Das unterbrochene Schulungslager; In: Schmied, Ernst (Hrsg.): Schulzeiten – Erinnerungen ehemaliger Schüler und Lehrer an ihre Elsterwerdaer Bildungsstätte, Teil 1, Riesa: CS - Direct Digitaldruck, 2. Auflage, S. 7.